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Die Zukunft des Euros


Bild zur Meldung: Wieder ein interessantes Thema beim Oberneiser Forum. Diesmal referierte Bertram Theilacker (am Podium) über „Die Zukunft des Euro“. Foto: Kahl



21. Oberneiser Forum mit aktuellem Thema
Die Skepsis unter den Bundesbürgern gegenüber dem Euro hat sich nach Einschätzung des Naspa-Vorstandsmitglieds Bertram Theilacker gelegt. Das sagte er beim Oberneiser Forum der SPD.

 

„Zehn Jahre ist es her, dass Gerhard Schröder die Agenda 2010-Reformen ankündigte. Die damals heftig umstrittenen Reformen erscheinen heute in einem anderen Licht, weil Deutschland die Wirtschaftskrise besser verdaut hat als die meisten anderen Länder. Die Reformen haben uns in der Krise sehr geholfen“, sagte Bertram Theilacker, Mitglied des Vorstandes der Nassauischen Sparkasse, während seines Vortrages zum Thema „Die Zukunft des Euros“, den er vor etwa 50 Zuhörern beim 21. Oberneiser Forum hielt. „Ohne diese Reformen stünden wir heute da wie Frankreich oder Italien.“
Die Zustimmung vieler Deutsche zum Euro sei in den Krisenjahren nachweislich gestiegen. Zuvor hätten die Menschen Angst gehabt, dass ihre Währung mit dem Euro an Stabilität verliere. „Und es gibt immer noch einen Großteil, der in D-Mark umrechnet. Wir wissen heute aber genau, dass die Preise dank des Euro so stabil sind wie nie“ so der Gast aus Wiesbaden.
Ursachen der Krise
Zu Beginn seines Referates hatte Theilacker vor dem Hintergrund seiner persönlichen Einschätzung, wonach die Zukunft des Euro nicht unabhängig von der Zukunft Europas zu sehen sei, klargestellt, dass er kein Patentrezept mit nach Oberneisen gebracht habe: „Für mich persönlich habe ich eine Antwort gefunden. Ob diese jedoch die richtige ist, müssen sie alleine entscheiden.“
Als Ursachen der Eurokrise nannte Theilacker das Nichtzustandekommen der notwendigen Konvergenz (Angleichung) innerhalb der Euro-Zone und die von Anbeginn bestehenden Ungleichgewichte, die durch Schulden überdeckt wurden. Hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit von EU-Ländern seien die Zweifel gewachsen („Es gab und gibt zu große Unterschiede“), doch trotzdem leisteten sich Staaten durch Schulden gleichermaßen viel.
Theilhaber erinnerte dran, dass Banken, die sich verzockt hatten, Hilfe durch ihre Länder bekamen. Die Staatsschulden seien dadurch weiter gestiegen. „Es kam immer mehr zu Zerrissenheit zwischen den Kern- und den Peripherieländern, der Euro wurde als Belastung empfunden und immer häufiger als politische Ausrede benutzt“, so Theilhaber.
Notwendige Reformen
Als kurzfristigen Lösungsansatz, der zu einer Stabilisierung des Euro führen könnte, sieht Theilacker durchzuführende Reformen in den sogenannten Schwachländern, um dadurch in eine gleichmäßige Wachstumsphase zu kommen. Günstig seien niedrige Zinsen, „die jedoch nicht zu einer neuen Verschuldung führen dürfen“. Auf langes Sicht helfe der Verzicht auf nationale Souveränität, die Angleichung von Unternehmenssteuersätzen, die Anpassung von Standards, gleiche Lohnpolitik, ein einheitliches Renteneintrittsalter, die Schaffung gleicher Sozialsysteme. „Es muss zu einem Pakt für den Euro und damit zum Pakt für Europa kommen“.
Nachdem Theilacker das „sich Durchlavieren mittels der Fortführung der Transferunion“, der „Auflösung der Euro-Zone und der Rückkehr zur D-Mark“, der „Abkopplung einer starken Nord- von einer schwächeren Südschiene“, sowie der „Vollendung der Währungsunion durch eine fiskalische und politische Union“ vier mögliche, zukünftige Szenarien skizziert hatte, stellte er abschließend fest: „Letzten Endes geht es beim Blick nach den USA, nach China, Indien und Südamerika auch um das globale Gewicht Europas: Wo spielt künftig die Musik?“

 

Nassauische Neue Presse, Rolf-Peter Kahl
Artikel vom 04.11.2013

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