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Neue Glocken läuten andere Klang-Ära ein


Bild zur Meldung: „Glaube“, die kleinste Glocke, wird als erste erklingen, wenn am Ostersonntag im Gottesdienst das neue Geläut in der Oberneiser Rundkirche geweiht wird.Foto: Uli Pohl



Am Ostersonntag werden die neuen Glocken im Turm der Oberneiser Rundkirche zum ersten Mal den Gottesdienst untermalen: Der Ostergottesdienst dient zugleich der Glockenweihe. Dabei kommen die Kirchgänger auch in den Genuss eines ganz neuen akustischen Phänomens: Die neuen Glocken sind so gestimmt, dass sie harmonisch zum Orgelspiel passen, was beim gemeinsamen Gesang von Kirchenchor und Gemeinde mit Orgelspiel und Glockenklang gegen Ende des Gottesdienstes bewiesen werden soll.

 

Auf dieses Zusammenspiel freut sich auch Pfarrer Stefan Fischbach. In seiner Ansprache, „die keine geschlossene Predigt sein wird“, wie er sagt, wird er die drei Glocken vorstellen und ihre Namen und Inschriften in den Kontext der Heilsgeschichte stellen: beginnend mit der kleinsten Glocke „Glaube“ und ihrer Inschrift „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ über die mittlere „Hoffnung“ und „Friede sei mit Euch“ bis hin zur größten „Liebe“ und ihrem Text „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“.

Die drei Predigtteile werden durch das Schlagen der jeweiligen Glocke untermalt, durch Lieder und andere liturgische Elemente unterbrochen und verbunden. Schließlich erklingt das gesamte Geläut wie im traditionellen Osterläuten. Auch zum Vaterunser, das später in dem Abendmahlsgottesdienst folgt, werden alle drei Glocken erklingen.

 

Gespannt auf den Klang des neuen Geläuts ist auch Architekt Günter Wolf: „Dass die neuen Glocken aus Bronze statt aus Stahl sind und der Glockenstuhl aus Holz statt Stahl, soll einen wesentlich weicheren und volleren Klang bringen – sakraler als vorher.“

 

Der Hirschberger Experte für Kirchensanierungen hatte die Bauleitung über die begleitenden Arbeiten am Turm der Rundkirche. So mussten etwa zwei Schallluken – die Öffnungen, durch die sich der Glockenklang in die Umgebung ausbreiten kann – durch Entnahme des dazwischen befindlichen Mauerwerks und der Laibung zu einer Öffnung verbunden werden, die groß genug war, um das alte Geläut und den stählernen Glockenstuhl heraus- und das neue mit dem Holzglockenstuhl hineinheben zu können.

Die alten Bruchsteine sind bereits wieder eingebaut. „Zum einen sollte man aus bauphysikalischen Gründen im System der verwendeten Materialien bleiben“, erklärt Wolf. Zum anderen ist die Wand von innen unverputzt, auch deshalb sei der Wiedereinbau der Bruchsteine ästhetisch sinnvoll.

 

Der Gottesdienst beginnt am Ostersonntag um 10 Uhr. Ein Empfang mit Grußworten im Gemeindehaus schließt sich an.

 

Katrin Maue-Klaeser
Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 19. April 2014

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