Publikum erlebt bewegende Chormusik


Bild zur Meldung: Der Chor Laudate unter der musikalischen Leitung von Eberhard Biebricher hat seinen Gästen beim Konzert in Hahnstätten einmal mehr einen wunderbaren Abend beschert. Foto: Wilma Rücker RZ Rhein-Lahn-Kreis (Ost) Diez vom Montag, 10. Oktober 2016



Wie immer, bis kurz vor Konzertbeginn, ist es nicht bekannt gewesen, wer denn diesmal dem renommierten Chor Laudate aus Oberneisen auf der Bühne im Hahnstätter Dorfgemeinschaftshaus singend zur Seite steht. Nach dem Sektempfang zur Begrüßung lüftete sich das bis dahin gehütete Geheimnis, und einige strahlende Laudate-Mitglieder freuten sich auf singende Freunde aus der Region und deren Liedgut, das wieder einmal exzellente Höhepunkte der Sangeskunst darbot. Mit dabei im Klangerlebnis waren die Steinkautlerchen aus Oberweyer, der MGV Weroth und CON (Chor ohne Namen) aus Linter. Um es gleich vorwegzunehmen: Der Chor Laudate unter der musikalischen Leitung von Eberhard Biebricher zog wieder alle Register der Sangeskunst.

Mit 20 Aktiven begannen sie zunächst mit gesungenem Small Talk mit „Hallo, wie geht es dir, alles gut so weit“ – ein Thema, das in gesprochener Form jedem nach zwei Minuten auf die Nerven geht. Doch gesungen war es ein tolles Klangerlebnis zum Auftakt, zur Begrüßung und zum Schmunzeln. Ihr wunderbares Repertoire reichte querbeet über „Engel“ von Rammstein bis hin zu Spirituals wie das zu Herzen gehende „Promised Land“. Doch auch ihre Gäste konnten sich hören lassen. Mit evangelisch geprägter Kirchenmusik im modernen Stil zeigte sich CON, der auf dem früheren Limburger Gospelchor basiert. Unter dem herausragenden Kirchenmusiker Harald Opitz boten die 20 Sängerinnen mit zwei Sängern richtig fetzige Gospels und Spirituals. Begleitet wurden sie von Ingrid Luchtenberg-Engel, die eigens aus Bonn angereist kam und ihre Soli zu „He Never Failed me Yet“ (Er hat mich nie im Stich gelassen) überzeugend darbot. Auch „Get up“ (Tu was) ging – wie auch „O Happy Day“ – so richtig unter die Haut. Harald Opitz ist mit Leib und Seele dabei und sein Chor schätzt ihn sehr.

Die Steinkautlerchen aus Oberweyer, dem Tor zur Fürstenstadt Hadamar, muss man einfach mögen. So viel Witz, Charme und Esprit, dazu gute Laune und exquisite gesangliche Leistungen mit insgesamt nur elf Männerstimmen, das ist mehr als einen Applaus wert. „Bei uns ist die Welt noch in Ordnung. Wir sind nur Männer“, so stellte Christoph Schäfer gut gelaunt seine Lerchen vor. Auch wenn David Fritzen, der eigentliche Chorleiter, erst später eintraf, so hatte Detlef Schneider bis dahin das Sagen beim singenden Auftritt. Mit „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern wurden sie gleich zu Publikumslieblingen erkoren. Mit „Down by the Riverside“, eine flotte Anspielung auf die Aar, trotz Malariaprophylaxe, Grenzüberschreitung in das Ausland Rheinland-Pfalz, Stempel im Pass und einem Lied auf Hohsterer Platt, dargeboten mit einem Hauch Owwerweyerer Westerwaldakzent, begeisterten sie neben dem zungenbrecherischen rein deutschen „Speisezettel“ von Carl Zöllner immens. Ein kleiner Chor muss nicht kapitulieren, die elf Oberweyerer Steinkautlerchen, gegründet 1999, sind der beste Beweis. Hier ist jeder ein Solist, und gemeinsam sind sie sogar auch für „Schlafzimmerkonzerte“ zu engagieren, behauptete jedenfalls ihr Sprecher Christoph Schäfer. Das geringe Durchschnittsalter kann sich auch feiern lassen. Den Abschluss machte der klassisch geprägte MGV Weroth mit mehr als 40 aktiven Sängern unter Chorleiter Jens Röth; ein Hochgenuss, der mit Liedern aus dem Frühbarock über „Vive l’amour“, „O du stille Zeit“ bis hin zu Falcos „Rock me Amadeus“ (schöner als das Original) einen beeindruckenden musikalischen Bogen schlug. Die Moderation lag in den Händen von Jeannette Schmittner, Uli Kübeler und Daniela Köster. Besonderer Dank ging an Ralph Uenver für seine exzellente Fotodokumentation und die Sponsoren, die den Chor Laudate unterstützen.

 

RZ Rhein-Lahn-Kreis (Ost) Diez vom Montag, 10. Oktober 2016, Wilma Rücker

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