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Feuerwehr sucht Frauen



Die Argumente erscheinen wie Einwände aus grauer Vorzeit: nicht überall einsetzbar, Pumpe zu schwer, nur Kaffeekränzchen usw . . . Als sich vor 30 Jahren bei der Feuerwehr in Oberneisen eine Frauengruppe bildete, begegneten etablierte Kräfte der unverhofften Verstärkung kühl und reserviert. Die anfängliche Ablehnung ist drei Jahrzehnte danach längst kein Thema mehr – im Gegenteil: sinkende Bevölkerungszahlen, Altersstrukturen und Einschränkungen durch berufliche Anforderungen haben dazu geführt, dass Verantwortliche heute aktiv um Frauen in der Wehr werben. Landrat Günter Kern sieht darin gar eine «wichtige Aufgabe für die Strukturen der Zukunft».

 

Im Gerätehaus in Oberneisen unterscheiden sich die Ausrüstungen für Mann und Frau nur noch durch kleine Namensschilder an der «Garderobe». Davon konnten sich Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion – an diesem Tag dem Ehrenamt im Allgemeinen und der Feuerwehr im Besonderen auf der Spur – bei einem «Besuch in der Fläche» überzeugen. Im benachbarten Erdgas-Trainingszentrum bestätigte eine Löschübung die mündlich vorgetragene Theorie.

 

14 Frauen versehen in der Wehr regelmäßig ihren Dienst. Es gibt vier Atemschutzträgerinnen, Maschinistinnen und Kräfte, die wie selbstverständlich in der Einsatzzentrale in Hahnstätten ihre Arbeit tun. «Da wird sehr diszipliniert gearbeitet», verriet Frank Puchtler den Parteifreunden ein Erfolgsgeheimnis, das Wehrleiter Werner Böhm gern auf andere Löschgruppen übertragen würde. In den zehn Ortschaften der Verbandsgemeinde, allesamt mit einer Ortswehr ausgestattet, haben rechnerisch 20 Prozent der Feuerwehren eine aktive Frauengruppe. In absoluten Zahlen relativiert sich das Verhältnis ein wenig – es gibt zwei Frauenteams. Dafür sprechen die Anteile in Oberneisen eine deutliche Sprache: Unter den 50 aktiven Wehrleuten befinden sich 14 Frauen . . .

 

Löschmeisterin Simone Dürr, selbst seit zwölf Jahren dabei, stellte die Abteilung den Besuchern, denen im Anschluss Gerätehaus und Fahrzeuge gezeigt wurden, vor. Die Landtagsfraktion suchte bei der Visite «Kontakt zu den Menschen vor Ort», wie es die stellvertretende Vorsitzende Renate Pepper nannte. Die Feuerwehr sucht Verstärkung. Werner Böhm: «Die Ausstattung unserer Wehr ist gut, aber wir brauchen Frauen.» nnp

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