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Bücherei als Ort der kulturellen Begegnung


Bild zur Meldung: Bücherei als Ort der kulturellen Begegnung



Seit 71 Jahren gibt es in Oberneisen eine Gemeindebücherei. Musste man das bisherige Platzangebot der Einrichtung im alten Rathaus mit knapp 40 Quadratmetern als eher "beengt" bezeichnen, so hat sich dies in der vergangenen Woche überaus positiv verändert.

 

Der mit Wechsel in das 2009 geschlossene Lebensmittelgeschäft "Kaufhaus Zimmermann" vollzogene Umzug bescherte der Bücherei mehr als 20 Quadratmeter zusätzlichen Raum.

Nachdem der Gemeinderat vor zwei Jahren für den Ankauf der Immobilie gestimmt hatte, die über zwei Stockwerke jeweils rund 160 Quadratmeter Fläche bietet, konnten die Leiterin der Bücherei, Heidi Lock, und ihr Team (Claudia Dietrich, Birgit Philipp und Ingrid Ott) die Gäste im ehemaligen Verkaufsraum zur offiziellen Einweihung begrüßen.

 

Stand das Büchereiangebot bisher dicht an dicht in den Regalen (einschließlich einer ständig wechselnden Dauerausleihe der Landesbüchereistelle verfügt man mittlerweile über mehr als 2500 Medien; auch Hörbücher, CD-Roms und DVDs) finden die Kunden den Lesestoff nun übersichtlich und großzügig präsentiert. "Von den ehemaligen Regalen des Ladens hat die Bücherei profitieren können", sagte Ortsbürgermeister Peter Pelk. Dort, wo ehemals Waschmittel, Schokolade oder Schuhcreme zu finden waren, stehen nun Sachbücher, Lexika oder Harry Potter. "Wir haben in unserer Bücherei schon immer absolut aktuelle Literatur sowie auch Medien der modernen Unterhaltungsindustrie zur Ausleihe bringen können. Hier wird nicht nur verstaubtes, antiquarisches Lesematerial angeboten. Nun haben wir aber auch noch genügend Platz für eine tolle Leseecke", strahlte Heidi Lock. Sie hat sich gemeinsam mit ihrem "Team" vorgenommen, anknüpfend an die Aufbauarbeit all ihrer Vorgängerinnen (Ruth Mack und Jutta Pelk), aus der Bücherei zunehmend einen Ort der kulturellen Begegnung zu machen.

Mit diesem hohen Anspruch möchte sich das Damen-Kleeblatt verstärkt für die Leseförderung einsetzen. "Lesekompetenz ist eine Grundfunktion. Wer nicht lesen kann, kann auch das Internet nicht nutzen. Und das Lesen lernt man immer noch am besten durch Bücher", meinte Heidi Lock. Die jüngsten Büchereibesucher sind drei bis fünf Jahre alt und besuchen noch den Oberneiser Kindergarten. Und sie kommen regelmäßig. Einmal im Monat nehmen sie immer gleich mehrere Bücher mit nach Hause.

 

Gemeinde muss sparen

 

Waren beim Ankauf des Hauses in der unteren Ebene neben der Bücherei das Bürgermeisterbüro, ein Raum für seine Mitarbeiterin, ein Lagerraum, eine Lese- und Kommunikationsecke, ein Warteraum für die Bürger, neue sanitäre Anlagen und behindertengerechte Zugänge geplant, so ist bis auf die Bücherei "vieles auf Halde gelegt worden", erläuterte Ortsbürgermeister Peter Pelk. "Die Kommunen müssen Sparkurs fahren. Auch wir", so das Ortsoberhaupt, der in einem "Rathausprovisorium" residiert. "Die Bücherei ist der bisherige Gewinner", war sich Pelk mit dem Gemeinderatsmitglied Frank Puchtler einig. Erfreulich für die klamme Gemeindekasse war der fast "kostenlose" Umzug. Bis auf die Kosten eines Innenanstrichs durch einen Fachbetrieb wurden alle weiteren notwendigen Tätigkeiten Freiwilligen verwirklicht.

 

Die Öffnungszeiten der Bücherei sind: Mittwoch von 18 bis 20 Uhr und Freitag von 16 bis 18 Uhr.

 

Foto: Während die Erwachsenen noch mit der Auswahl von Lesestoff beschäftigt waren, hatten sich Isabella (links) und Lea, beide sieben Jahre alt, schon in die Leseecke zurückgezogen. (Kahl)

 

Quelle: Nassauische Neue Presse, 15.01.2012, Rolf-Peter Kahl

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Fotoserien

Gemeindebücherei (MO, 16. Januar 2012)