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Kita-Anbau kostet mehr als 300 000 Euro


Bild zur Meldung: Planerin Sonja Meffert (links) erläuterte den Oberneisener und Netzbacher Ratsleuten (Ortsbürgermeister Peter Pelk vorn, 2. von links, Ortsbürgermeister Horst Ackermann vorn, 4. von links) die drei Planungsvarianten für den Kindergartenanbau in Oberneisen



Oberneisen und Netzbach wollen „Gänseblümchen“ erweitern – Entscheidungsprozess unterschiedlich

 

„Für das Geld sollte man ein ganzes Haus bauen können – und wir reden hier nur von einem Anbau.“ Dieser Kommentar eines entgeisterten Ratsherrn brachte die negative Überraschung auf den Punkt, die viele Ratsleute verspürten. Die Erweiterung des Oberneisener Kindergartens Gänseblümchen stand auf der Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte von Oberneisen und Netzbach. Sie trafen sich an dem Ort, um den es ging, mit Planerin Sonja Meffert, die drei Varianten für dem Anbau vorstellte.

 

Zwei Containerlösungen präsentierte Meffert und eine Variante in Holzrahmenbauweise. Was die konzentriert lauschenden und anhand detaillierter Unterlagen gut vorbereiteten Ratsmitglieder am meisten überraschte: Die Kostendifferenz zwischen den drei Lösungen ist recht gering – insbesondere zwischen der höherwertigen Container- und der Holzständerbauvariante.

Dass selbst für die einfachen Container Gesamtkosten von gut 300 000 Euro anfallen, provozierte mehrere Nachfragen. Die höherwertigen Container würden sogar mehr als 360 000 Euro kosten, während der Holzrahmenbau mit rund 340 000 Euro veranschlagt wurde. Grundlage war ein vergleichbares Platz- und Ausstattungsangebot, einige Differenzen in der Ausführung sind aber durch die unterschiedlichen Bauweisen bedingt. So wäre der Gruppenraum aus drei Containern rund 51 Quadratmeter groß, in Holzrahmenbauweise wäre der Gruppenraum nach vorliegender Planung 44 Quadratmeter groß. Dafür hätte das Bistro in Holzrahmenbau gut 35, in Containerform hingegen weniger als 15 Quadratmeter. Auch die Möglichkeiten der Beheizung sind bei den Varianten unterschiedlich.

 

Ganz wesentlich weicht die äußere Gestalt der Varianten voneinander ab. Die Container bilden einen Flachdach-Komplex, bei dem die Planung zwangsläufig von der Grundform der quadratischen Gebäudeteile abweichen muss. Dagegen würde der Holzständerbau sowohl den quadratischen Grundriss als auch die Zeltdachform aufgreifen – wenngleich mit geringerer Dachneigung.

 

Um sämtliche Möglichkeiten in die Entscheidung einbeziehen zu können, bat Netzbachs Ortsbürgermeister Horst Ackermann Planerin Meffert um eine weitere Kostenschätzung für eine Massivbauausführung des Kita-Anbaus. Dagegen entschied sich der Oberneisener Gemeinderat unter der Leitung von Peter Pelk für die Holzrahmenbau-Variante. Schon der Zeitfaktor gab dafür gegenüber einem gemauerten Anbau den Ausschlag: „Wenn wir einen Monat für die neue Planung und drei Monate Trockenzeit verlieren, ist eine Fertigstellung im nächsten Sommer nicht zu schaffen“, erklärte Pelk.

 

Rh.-Lahn-Ztg. Diez vom Samstag, 11. Oktober 2014, Katrin Maue-Klaeser