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Athleten als Lokomotive


Bild zur Meldung: Athleten als Lokomotive



Scharping zu Spitzen- und Breitensport

 

Rudolf Scharping fordert bessere Ausbildung von Trainern. Der frühere Verteidigungsminister und rheinland-pfälzische Ministerpräsident war prominenter Talk-Gast beim 20. Oberneiser Forum.

Scharping, heute Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, plauderte zum Thema "Breitensport und Spitzensport – Ergänzung oder Widerspruch?". Der Chef-Organisator des Forums, Frank Puchtler, konnte neben dem prominenten Gast rund 60 Personen, darunter Klaus Lotz, Präsident des Leichtathletik-Verbandes Rheinland, den Vorsitzenden des Leichtathletik-Kreises Rhein-Lahn, Klaus-Dieter Welker, viele Sportvereinsvertreter und mehrere Bürgermeister der Aarregion im evangelischen Gemeindehaus begrüßen. Und der "Ruhestandspolitiker" stellte im Rahmen seines Grußwortes fest, dass Sport, vor allem der Mannschaftssport, sehr viel mit der Politik gemeinsam habe. "Man kann sehr schnell feststellen, wer nur für die Galerie spielt oder wer sich nicht zu schade ist, die Fehler seines Kameraden auszubügeln."

 

Große Bedeutung

 

Die Ausgangsfrage des Abends beantwortete Scharping recht schnell mit einem klaren "Nein". Beide Bereiche, sowohl der Breiten- als auch der Spitzensport, seien von größter Bedeutung – der eine für die Reputation Deutschlands in der Welt und für die Mobilisierung der Jugend für den Sport, der andere für das millionenfache friedliche Zusammenleben im Land nach den Regeln des Sports. Die sozial so wichtige gegenseitige Befruchtung von Spitzensport und Breitensport sei untrennbar miteinander verbunden. Scharping formulierte die Bedeutung des Breitensports als essenzielle Basis der Elite und bezeichnete andererseits Topathleten als Lokomotiven für den Breitensport, "Vorbilder sind Figuren, die Werte darstellen", so der prominente Gast. Der Hochleistungssport mobilisiere den Vereinssport, Sport sei für eine Nation existenziell wichtig. Sportler-Persönlichkeiten wie die Radsport Olympia-Goldmedaillengewinnerinnen Kristina Vogel und Miriam Welte lebten jene Leistungsbereitschaft vor, die unser Land in allen Bereichen des Lebens brauche, um sich zu behaupten und weiterzuentwickeln. Zudem seien diese Athleten entscheidend wichtige Faktoren bei der Mobilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Sport in den Vereinen und darüber hinaus. Die Vereins- und Breitensport-Strukturen, um die die Bundesrepublik international beneidet werde, gehören nach Überzeugung Scharpings zu den wichtigsten gesellschaftspolitischen Stabilisatoren in einer der Toleranz und dem Miteinander verpflichteten Demokratie.

 

Gute Jugendarbeit

 

Um sich auch zukünftig sportlich international behaupten zu können, gelte es, eine gute (und bessere) Jugendarbeit zu leisten, sowohl in den Vereinen als auch in Ganztagsschulen. "Und die, die ausbilden, müssen noch besser geschult werden", fordert Scharping unter anderem eine intensivere pädagogische Ausbildung von Trainern.

 

In der sich anschließenden Diskussionsrunde prangerte Klaus Lotz eine Verteilungsungerechtigkeit in den finanziellen Unterstützungs- und Förderungsystemen an. Wenn jährlich 2,5 Milliarden Euro jährlich allein nur in den Bereich Fußball flössen, dann könne von einem transparenten und gesellschaftspolitisch begründbaren Förderungssystem kaum gesprochen werden. Scharping widersprach dem nicht und forderte ebenfalls mehr Solidarität unter den Sportverbänden.

Scharping verabschiedete sich mit dem Wunsch an die Sportjugend: "Sie sollten lernen, im Sieg bescheiden und in der Niederlage nicht verzweifelt zu sein."

 

Foto: Viele ehemalige politische Wegbegleiter kamen am Donnerstag zu Rudolf Scharping nach Oberneisen, links Frank Puchtler.(Kahl)

 

Quelle: Nassauische Neue Presse, 16. November 2012, Rolf-Peter Kahl

 

 

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