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Rundkirche wird Feierort des Burgfests


Bild zur Meldung: Bereits zum zweiten Mal wurde das Oberneisener Burgfest nun schon in Form einer musikalischen Weinprobe zelebriert. Foto: Anna Manz



„Bei unserem Burgfest steht ganz klar die Freude im Vordergrund“, betonte Frank Puchtler, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Oberneisen, die die Feier organisiert hatte. Etwa 100 Bürger folgten der Einladung der Sozialdemokraten und feierten zusammen mit ihnen in der Oberneisener Rundkirche statt wie geplant an der Burgmauer selbst. Fast so traditionell wie die Veranstaltung ist nämlich auch die regnerische Wetterlage, aufgrund derer die Zusammenkunft schon häufiger in die Kirche verlegt wurde.

Das Lutherjahr 2017 nahm der Veranstalter zum Anlass, auch das Burgfest dementsprechend zu gestalten. In der Predigt des gelungenen Gottesdienstes unter der Leitung von Anette Blome stand der Reformator im Mittelpunkt, und als kleine Anerkennung überreichte Puchtler der Pfarrerin sogar den limitierten „Martin-Luther-Wein“. Der Festgottesdienst mit dem Kirchen- und Posaunenchor zählt als wichtiger Bestandteil der Veranstaltung.

Puchtler stellte auch einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen Luther und der Weinprobe her: „Martin Luther war nicht nur ein Freund kräftiger, fester Worte wie der 95 Thesen, sondern auch weltlichen Dingen wie dem Wein oder anderen Köstlichkeiten wohl nicht abgeneigt.“ Den musikalischen Teil der Weinprobe übernahmen der Männerchor Aartal und TonArt Netzbach mit Liedbeiträgen sowie der Oberneisener Lukas Horne, der mit seinem Trompetensolo den Festakt abrundete.

Die Besucher nutzten gern die Möglichkeit, Weine des Winzers Friedel Becker zu kosten, welcher die Winzergenossenschaft Loreley Bornich repräsentierte. Sie ist eine der kleinsten in ganz Deutschland, und ihre Weine gedeihen an den Hängen des Mittelrheins. „Unser Dank geht an alle, die mit viel Mühe, Arbeit und Einsatz das hervorbringen, was wir heute genießen dürfen“, brachte Frank Puchtler seine Wertschätzung zum Ausdruck. Becker, hauptberuflich Vermessungstechniker, bewirtschaftet in seiner Freizeit eine Rebfläche von etwa drei viertel Hektar. Er zog die Gäste mit seiner lebhaften, humorvollen und kompetenten Art in den Bann des Weins und dessen korrekter Verkostung. Zum Rebensaft wurden Brezeln, Käse und Wurst gereicht.

Das Burgfest hat sich über die Jahre zu einer Traditionsveranstaltung entwickelt. Ursprünglicher Anlass war eine fällig gewordene Sanierung der Burgmauer im Jahr 2008: Mit dem Abschluss dieser Arbeiten und der zusätzlichen Anlegung eines Burghofes feierte das Dorf zugleich das 720-jährige Bestehen der ortsbildprägenden Ruine. Diese Feierlichkeiten wurden von den Besuchern so gut angenommen, dass man sie wiederholte und so das Burgfest nun bereits zum neunten Mal beging. In Form einer Weinprobe habe man es zwar erst zum zweiten Mal angeboten, der musikalische Part sei jedoch schon von Anfang an fester Bestandteil des Veranstaltungskonzeptes. Frank Puchtler wies außerdem darauf hin, dass die Festlichkeiten im nächsten Jahr wohl wieder größere Ausmaße annehmen werden: nämlich anlässlich des zehnten Burgfestes, aber auch des damit verbundenen 730. Geburtstags der Mauer. Nach den mit begeistertem Applaus belohnten musikalischen Darbietungen und der Verkostung verschiedener Weinsorten klang das Fest im gemütlichen Rahmen langsam aus. „Es ist eine lockere, einfach gestaltete Zusammenkunft, die von den Bürgern sehr gut angenommen und besucht wird“, fasste der Landrat das Konzept zusammen. 

 

Anna Manz

RZ Rhein-Lahn-Kreis (Ost) Diez vom Montag, 3. Juli 2017

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