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31 Teams bei Fotosuchfahrt im Freistaat Flaschenhals unterwegs

Oberneisen, den 31.10.2019

Im April 1961 hoben zwölf Automobilfreunde im damaligen Gasthaus Knapp den Oberneiser Automobilsportclub (OASC) aus der Taufe. Das motorbegeisterte Dutzend veranstaltete anfangs Fuchsjagden mit ihren Fahrzeugen. Daher ist der Fuchs bis heute auch das Wappentier des Clubs. Im Laufe der Jahre entwickelten sich aus diesen Fuchsjagden die heutigen Orientierungsfahrten, auch Heimatwettbewerb genannt.

 

In diesem Jahr führte die Fotosuchfahrt in den Freistaat Flaschenhals. 34 Bordkarten wurden für den vom 1. Mai bis zum 30. September laufenden Wettbewerb ausgegeben. 31 Karten kamen bis zum Abgabetermin zurück und somit in die Auswertung. Am vergangenen Wochenende fand im evangelischen Gemeindehaus die Siegerehrung statt.

 

Obwohl auch in diesem Jahr die einzelnen Ziele nicht einmal 80 Kilometer entfernt waren, hatten selbst einige alte Hasen unter den teilnehmenden Mannschaften an den gestellten Fragen ganz schön zu knabbern. Die Suchfahrt führte von Laufenselden über Egenroth, Nieder- und Obermeilingen, Zorn, Strüth, Lipporn, Wollmerschied, Ransel, Sauerthal, Lorch, Kaub nach Weisel und zum Abschluss zur Loreley. Es mussten 14 Bildpunkte mit Beschreibung und acht Bildpunkte ohne Beschreibung gefunden werden. Wie gewohnt, gab es auch diesmal nur Sieger, sodass der eine oder andere Patzer bei den Teilnehmern in den Hintergrund trat. Neben einer Urkunde und einem Schriftstück zur 100-jährigen Geschichte des Freistaats Flaschenhals gab es ein Weinpräsent.

„Tempo ist beim OASC nur selten gefragt, und der Motor unseres Vereins stottert nicht“, betonte der Vereinsvorsitzende Willi Kreidel, der Axel und Simone Dürr dankte, die den Wettbewerb ausgearbeitet hatten. Zudem hatte Axel Dürr einen 20 Minuten langen Videofilm der Suchfahrt gedreht. Auf die Frage, ob es auch im kommenden Jahr eine Suchfahrt gibt, antwortete Dürr klar und deutlich: „Ja.“ Ein Motto oder Thema wurde allerdings noch nicht verraten.

 

Die Teilnehmer: Herbert Wittmann (Düw-Ungstein), Elke Markmann und Dominik Wachholz (Koblenz), Gerold Eckenbach (Borod), Friedel Wagner (Berod), Edwin und Susanne Menzer (Königstein), Dr. Jürgen und Ulrike Böhm, Frank Funk und Heide Schönfeld, Angela und Wolfgang Hildebrand, Jens und Melanie Keilholz, Willi und Margit Kreidel, Beate Lang und Herbert Kaiser, Roland und Ilona Noll, Axel und Kerstin Saueressig, Hiltrud und Klaus Schäfer, Roman und Ulrike Wick, Hubert und Gudrun Zimmermann, Anita und Jürgen Zorn (alle Oberneisen), Ernst Bender (Mensfelden), Marion und Renate Bund (Taunusstein), Jörg Denninghoff und Irmhild Michel (Allendorf), Uwe und Barbara Kaiser-Feulner, Edelgard und Klaus Liebig (alle Holzheim), Eberhard und Rita Hofmann (Dauborn), Rainer und Inge Kautner (Niederneisen), Frank Klimesch (Limburg), Ilka Dietrich und Stephan Dietz (Wetzlar), Gerfried und Gisela Niedzella, Stefan Schneider (alle Idstein), Geert Prüß und Selma Kärcher-Prüß, Birgit und Horst Völker (alle Hahnstätten), Arno und Doris Wick (Netzbach). Rolf Kahl

 

Der Freistaat Flaschenhals

Kaum jemand hat vom Freistaat Flaschenhals gehört, aber es hat ihn aufgrund einer historischen Begebenheit von 1919 bis 1923 tatsächlich gegeben. Nach dem Ersten Weltkrieg zogen die Besatzungsmächte mit einem Zirkel um Koblenz und Mainz einen Kreis, um die Brückenköpfe festzulegen. Da sich die Linien nicht berührten, blieb ein flaschenhalsähnliches Territorium übrig. Um zu überleben, mussten die Bürger für ihre Versorgung eine Menge improvisieren. Der normale Austausch von Waren, Geld usw. war zum Erliegen gekommen, der Schmuggel blühte. Auch eine eigene Währung, bestehend aus Münzen und Geldscheinen, entstand. Winzer, Hoteliers und Gastronomen der sogenannten Freistaat-Flaschenhals-Initiative vermarkten diese Begebenheit heute.

 

Rhein-Lahn-Zeitung, 31.10.2019, krf

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: 31 Teams bei Fotosuchfahrt im Freistaat Flaschenhals unterwegs